Virtueller Runder Tisch - Zukunft Gesundheit
 HomeSchlagwortindex zur ThemensucheArtikelarchiv durchsuchen
Radontherapie: Gute Alternative zu teuren Medikamenten
Berlin. Eine Alternative zur kostenintensiven und zudem nebenwirkungsbehafteten Behandlung von Patienten mit rheumatischen Erkrankungen ist die Therapie mit den radioaktiven Edelgas Radon. Deren hohe Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bestätigen sechs hochkarätige Wissenschaftler aus Medizin, Biophysik und Strahlenschutz in einer umfassenden Studie, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

So hat die Radontherapie – im Bad, im Heilstollen oder als Inhalation – nachgewiesenermaßen eine langanhaltende Wirkung, z. B. bei Bechterew-Patienten bis zu 12 Jahren. Der biologische Wirkungsmechanismus besteht in einer Umstimmung der zellulären Immunantwort durch die sehr niedrig dosierte Alphastrahlung des Radons und seiner Folgeprodukte.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen auch., dass die Strahlendosis bei einer Radonkur geringer ist als Mittelwert und Schwankungsbreite der natürlichen, in der Umwelt vorkommenden Strahlendosis eines Jahres. Das Lungenkrebsrisiko, so die Wissenschaftler, ist vernachlässigbar klein und beträgt weniger als ein Hundertstel des allgemeinen Lungenkrebsrisikos der Bevölkerung. Auch der Strahlenschutz der in den Radontherapieeinrichtungen Tätigen ist in vollem Umfang gewährleistet, nicht zuletzt durch konsequente Auflagen, die z. B. Schwangeren den Aufenthalt in den Behandlungsräumen untersagt.

Die Studie „Radon als Heilmittel“, die jetzt als Buch vorliegt, wurde von RADIZ e. V., dem Radon-Dokumentations- und Informationszentrum in Bad Schlema, angeregt. Mit Prof. Dr. Peter Deetjen, Innsbruck, Prof. Dr. Albrecht Falkenbach, Bad Ischl, Prof. Dr. Dietrich Harder, Göttingen, SR Dr. Hans Jöckel, Bad Kreuznach, Prof. Dr. Alexander Kaul, Wolfenbüttel, und Prof. Dr. Henning von Philipsborn, Regensburg, konnten international anerkannte Wissenschaftler aus Medizin und Balneologie, aus Strahlenschutz und Biophysik für die Studie „Radon als Heilmittel“ gewonnen werden, die die Arbeit zur Studie ehrenamtlich leisteten.

Radontherapien werden im europäischen Raum seit mehr als 100 Jahren durchgeführt. Ob und wie sie wirken und ob sie möglicherweise strahlungsbedingte Folgen haben, war lange Zeit umstritten. Die Studie stellt sich als Entscheidungshilfe nicht zuletzt für Krankenkassen zur Verfügung, die im Interesse ihrer Patienten über eine möglichst effektive und kostengünstige Behandlung entscheiden.
 
In den Foren
Seien Sie der Erste, der diesen Beitrag kommentiert >>>
 Zum Seitenanfang